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18.1.2019 : 17:18 : +0100

Das Projekt "Übergang"

Die Schule hat für jeweils vier Schülerinnen bzw. Schüler der Jahrgänge 1 bis 3, 4 bis 6 und 7 bis 9, die dem Unterricht bisher nicht durchgehend konzentriert folgen konnten oder starke Auffälligkeiten im Verhalten zeigten, das Projekt „Übergang“ als temporäre Lerngruppen eingerichtet. Das Ziel ist die bessere Integration in ihren Klassenverband.


1997 ist in Berlin das „Projekt Übergang" in der Werbellinsee-Grundschule in Berlin-Schöneberg unter Frau Dr. Ulrike Becker entstanden. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Werbellinsee-Grundschule in Berlin-Schöneberg, der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport, des Instituts für Interkulturelle Erziehung der FU Berlin, des Schulpsychologischen Dienstes in Berlin-Tempelhof-Schöneberg sowie des Förderzentrums Prignitz-Schule.


Welche Kinder werden durch das Projekt gefördert?

- Kinder, die bereits in der Kindertagesstätte einen besonderen Hilfebedarf haben und bei denen Kinder- und Jugendpsychiater schon vor der Einschulung eine Unterrichtung in einer Grundschulklasse als prognostisch ungünstig einstufen.

- Schüler, die von Lehrern, Erziehern und psychosozialen Fachdiensten als besonders hilfebedürftig und für die Klassengemeinschaft als nicht mehr tragbar beschrieben werden, da sie sich selbst oder andere massiv gefährden.

 

Welche Vorgeschichte haben die Kinder?

Im Verhalten beeinträchtigte Kinder werden üblicherweise durch die Ordnungsmaßnahme „Schulverweis" zunächst zwischen Schulen verschoben, bevor sie in einer Schule für Erziehungshilfe ankommen, in der sie auf andere Kinder treffen, die ebenfalls eine lange `Odyssee` durch Schulen hinter sich haben. Aufgrund ihrer negativen Schulerfahrungen zeigen diese Schüler dann häufig eine ausgeprägte Schulunlust, bleiben oft dem Unterricht fern und verhalten sich in der Schule vorrangig aggressiv.

Die Häufung von Kindern mit emotionalen Beeinträchtigungen in einer Schule bedingt Nachahmungseffekte und Identifikationsprozesse bei Schülern, die sie zusätzlich beim Lernen sowie in ihrem Verhalten behindern und die die psychische Belastung von Lehrern im Unterricht begünstigen, so dass eine integrative Unterrichtung dieser Schüler in den meisten Bundesländern Vorrang hat.

 

Wie ist das Projekt aufgebaut?

Der Förderansatz Projekt „Übergang" rückt  Kooperation, Beratung, Anerkennung und Vernetzung in den Mittelpunkt der Förderung. Er besteht aus fünf Modulen, die zusammenwirken, und dadurch die soziale Integration und die Förderung schwieriger Kinder im Klassenverband ermöglichen. Durch die fünf Module erhalten schwierige Schüler eine äußere Strukturierung des Schulalltags, die ihnen Halt gibt und Grenzen setzt, was eine starke Reduktion der Verhaltenssymptomatik zur Folge hat. Die Eltern werden so einbezogen, dass sie konstruktiv mit der Schule kooperieren und ihre Kinder im Hinblick auf die soziale Kompetenz in der Schule stärken lernen. Die Bezugspersonen Lehrer und Erzieher erhalten soviel Unterstützung im System Schule, dass sie die Schüler mit dieser Unterstützung unterrichten können.


Diese fünf Module sind:

 

- Lehrerberatung

- Elternberatung

- Integration in den Klassenverband

- temporäre Lerngruppe „Übergangsklasse" sowie

- Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe


Wie lange bleiben die Kinder dort?

Die Aufnahme von Kindern in das Projekt wird durch die mehrmals jährlich stattfindende Integrationsfachkonferenz geregelt. Die Verweildauer der Kinder im Projekt beträgt ein bis drei Jahre.

 

Haben die Kinder keine Verbindung mehr zu ihren Klassen?

Während des Projekts verbleiben diese Kinder in ihrem ursprünglichen Klassenverband und besuchen viermal wöchentlich von 10.00 bis 11.30 Uhr die temporäre Lerngruppe „Übergangsklasse".

Das Konzept sieht starke Verknüpfungen zwischen Regelunterricht und temporärer Lerngruppe vor: Die beeinträchtigten Kinder bringen einmal wöchentlich ein Gastkind aus ihrer Klasse in die temporäre Lerngruppe mit und stellen einmal monatlich ein Experiment aus dem Lernbereich „forschendes Lernen", das sie in der temporären Lerngruppe erarbeiten, in der Klasse vor. Der Lernbereich „forschendes Lernen" kann eine Stärke von Kindern mit emotionalen Beeinträchtigungen darstellen und weckt häufig ein großes Interesse. Hier werden behinderte Kinder in einem Bereich gefördert, der ihnen hohe Anerkennung bei den Nichtbehinderten verschafft.